Montag, 2. Januar 2012

Willkommen 2012


Herzlich Willkommen im neuen Jahr liebe TB-Leser/innen, wenn es auch regnerisch grau in grau beginnt. Wie jedes Mal am ersten Tag des neuen Jahres, heißt es für mich, den Sylvester-Müll der anderen zu beseitigen. Es wird zwar merklich weniger in die Luft geböllert hier in der Siedlung, aber einige sind unverbesserlich und lassen ihren Dreck gnadenlos liegen. Das Aschenblödel (Hauswart) wird die Arbeit schon erledigen, tzzzz...

Habt ihr gute Vorsätze? Meiner für 2012 ist die 100 kg Grenze nicht zu überschreiten. Mein Körpergewicht soll möglichst so bleiben, wie nach meiner erfolgreichen Abnahme (minus 22 kg). Ich werde darauf achten, was ich esse, ohne Stress und ohne Druck. Ab und an sündigen ist erlaubt.

Ja und ganz besonders hoffe ich, das mein alter HI-Virus "Tim" kein Unheil in mir anrichtet, wie zur Zeit bei Freunden und Bekannten, die sich wie ich in den 80/90igern infizierten. Obwohl es ihnen lange gut ging, schlägt der Virus jetzt zu. Am 24.01.2012 in der ID-Ambulanz werde ich Neues erfahren, wenn wir uns dort zum Check-up treffen. Ich werde HIV/AIDS auch 2012 nicht schön reden, selbst wenn es nicht in die Zeiten von Neu Aids passt. Ohne mich! Es gibt noch viele Repressalien durch die Gesellschaft, anders wie uns die großen HIV- Institutionen weiß machen wollen. Bis heute gibt es für HIV-Positive Einreiseverbote in einige Länder, Jobverluste und keine Chance auf neue Betätigungsfelder, Versicherungen werden verweigert, Diskriminierung bei Ärzten, und und und... Das habe ich schwarz auf weiß, durch die Neujahrspost von Freunden aus dem ländlichen Umkreis, die gedeckt leben müssen, da sie vieles davon am eigenen Leib zu spüren bekamen. Es können eben nicht alle in Berlin oder Köln wohnen, Nee is klar!?

Link zu HIV Geschichten

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/jahresendausgabe-2011/article/682748/hiv-infektion-beherrschbar.html?sh=2&h=561411313

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/jahresendausgabe-2011/article/683714/aufklaerung-triumphiert-restriktion.html?sh=1&h=561411313

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/alt-werden-mit-hiv-wir-sind-doch-nicht-auf-dem-friedhof-11584483.html

Viel Neues über mich gibt es nicht zu berichten. Na, mein Knie (Zyste) pocht arg. Ich suche neue Ziele und werde mich dafür bald von oberflächlichen Menschen trennen. Vorbei die Zeit, wo ich nur benutzt wurde für deren eigene Zwecke. Nicht einer von denen weiß wirklich, was in mir abgeht.

Den Jahreswechsel habe ich mit Benny und den Tieren sehr genossen. Die Ruhe und die Zweisamkeit taten uns gut. Längst zum Ritual geworden, besuchte ich das Grab meiner Schwester Gaby, die 1981 durch unseren eigenen "Bruder" ermordet wurde. 30 Jahre ist das nun her und ich bin immer noch untröstlich. Auf dem Weg zu ihrem Grab fahre ich den Hahnenbusch entlang der Stelle, wo man sie damals fand. Vorbei an dem Kinderheim, wo wir lebten. Viele Menschen besuchen in den letzten Tagen im alten Jahr die Gräber ihrer Angehörigen und finden die Stille des Friedhofes. Bei mir ist das anders, denn Kinderheim, Tatort des Mordes liegt dicht am Friedhof. Die Vergangenheit läuft wie ein Film in mir ab, so greifbar nah, das ich Angst bekomme und in Tränen ausbreche. Ich habe gelernt, das bewusst zu erleben, wenn ich diesen Ort aufsuche. Man kann nicht immer verdrängen oder verleugnen. Ich möchte meine Herkunft nicht verleugnen und erst recht nicht meine kleine Schwester Gaby die nur 15 Jahre wurde. So kann sie in unseren Gedanken weiterleben und landet nicht in einer Schublade des Vergessens.

So, das war das zweite TB für 2012. Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst. Guten Tag euch allen, Ueffcken .